Alleskönner Knoblauch
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Symbolbild

Knoblauch – die Wunderknolle hat es in sich: Dank zahlreicher wertvoller Inhaltsstoffe ist sie überaus gesundheitsfördernd und kann verschiedenste Heilprozesse unterstützen. Viele gute Gründe also, den Alleskönner aus der Natur häufiger beim Kochen und im Alltag einzusetzen.

Als naher Verwandter von Zwiebel, Bärlauch oder Lauch gehört auch der Knoblauch zur Familie der Lauchgewächse. Seine Heimat liegt in Zentralasien, wo er schon vor über 5000 Jahren angebaut wurde. Wahrscheinlich brachten ihn dann die Römer nach Europa. Heute ist er längst bei uns als Gewürz und Gemüse Bestandteil vieler Gerichte. Seit dem Altertum ist Knoblauch auch als Heilmittel bekannt, doch erst ab dem Mittelalter verbreiteten sich durch den Anbau in Klöstern Geschichten über seine Wirkung gegen Beschwerden wie Bisswunden, Zahnschmerzen oder Hautausschlägen. Auch heute ist er noch aktuell: In den USA gibt es für Knoblauch-Liebhaber gleich zwei besondere Tage: am 19. April den National Garlic Day (dt. Knoblauch-Tag) und am 6. Oktober den Garlic Lovers Day (dt. Tag der Knoblauch-Liebhaber).

Allicin macht Knoblauch zum Superfood

Dank der in ihm enthaltenen Vitamine, Nährstoffe und Pflanzenstoffe sowie einem komplexen Zusammenspiel der Inhaltsstoffe ist Knoblauch gesundheitsfördernd und kann bei bestimmten Krankheiten positiv unterstützen. Dabei spielt der Stoff Allicin eine besondere Rolle: Er ist im Knoblauch zunächst nur in seiner Vorstufe, der Aminosäure Alliin, enthalten. Erst durch Schälen, Schneiden oder Hacken werden die Pflanzenzellen aufgebrochen und es entsteht durch Oxidation und den Abbau von Alliin der wertvolle Hauptwirkstoff Allicin.

Die Wirkung von Knoblauch für die Gesundheit

Ernährungswissenschaftler sind von den positiven Wirkungen des Knoblauchs auf die Gesundheit überzeugt. Und auch viele Ärzte empfehlen den Genuss von Knoblauch. Doch ist seine heilende oder vorbeugende Kraft bei bestimmten Erkrankungen bislang noch nicht ausreichend mit aktuellen, breit angelegten Studien wissenschaftlich belegt: Allerdings liefern zahlreiche kleinere und/oder ältere Studien sowie viele Laborversuche beeindruckende Nachweise seiner Wirksamkeit.

Dank des Allicins und seiner Abbauprodukte soll Knoblauch das Wachstum von Bakterien und Pilzen hemmen sowie auch antiviral wirken können.
Menschen, die regelmäßig Knoblauch essen, bekommen seltener Herz-Kreislauf-Probleme, weil er sich schützend auf die Gefäße auswirkt.
Bei einer Arteriosklerose verhärten und verengen sich die Blutgefäße durch Ablagerungen an den Gefäßwänden. Die Inhaltsstoffe der würzigen Knolle können langfristig die Blutgefäße vor negativen Einflüssen schützen und einer Arterienverkalkung (im Zusammenhang mit vielen anderen Faktoren) vorbeugen.
Knoblauch besitzt viel Vitamin B6, das unter anderem die Bildung von Botenstoffen des Nervensystems und das Immunsystem stimuliert. Zudem enthält die tolle Knolle auch viel Vitamin B1, das für den Energiestoffwechsel der Körperzellen wichtig ist.
Die Inhaltsstoffe von Knoblauch entfalten wohl auch eine knorpelschützende Wirkung – und können damit dem Knorpelabbau bei entzündlicher Arthrose entgegenwirken sowie schmerzlindernd wirken.
Dafür sollen die Schwefelverbindungen Allicin und Ajoen sowie die verschiedenen Pflanzeninhaltsstoffe wie Flavonoide und Saponine verantwortlich sein. Gemeinsam bewirken sie eine Erweiterung der Blutgefäße und damit einen besseren Blutfluss. Außerdem kann man mit Einnahme eines Knoblauchpräparates die kardioprotektive Wirkung von Metformin (gegen Diabetes) und Atorvastatin (Cholsterinsenker) verstärken.
Die Ballaststoffe im Knoblauch sorgen für eine gesunde Darmflora und damit gute Verdauung.
Die Antioxidantien im Knoblauch helfen dem Körper, zellschädliche freie Radikale zu bekämpfen. So unterstützt Knoblauch den Körper beim Schutz der körpereigenen Zellen.

Wie Knoblauch seine größte Heilwirkung entfaltet

Frischer Knoblauch ist besonders gesund. Doch erst, wenn dessen Zellen durch Schälen, Schneiden oder Hacken zerstört werden, entsteht der wirksame Inhaltsstoff Allicin. So kann man Knoblauch am besten genießen:

  • Frischer Knoblauch: Roher Knoblauch hat am meisten Aroma und enthält auch noch alle gesunden Inhaltsstoffe. Essen Sie also am besten Knoblauch roh, zum Beispiel mit Olivenöl zu Rohkost oder in Salat.
  • Eingelegter Knoblauch: Eine Alternative zum rohen Knoblauch sind in Öl eingelegte Zehen, die genauso gesund sind. Das nimmt dem Knoblauch zudem die Schärfe.
  • Gekochter oder gebratener Knoblauch: Die Knolle verliert dabei einen Teil des wichtigen Allicins. Achten Sie aber darauf, den Knoblauch nicht zu zerquetschen, sondern besser zu schneiden – das setzt die wichtigen Schwefelverbindungen frei.

Wie kann ich den Geruch von Knoblauch loswerden?

Es gibt kein Wundermittel gegen den von vielen als unangenehm empfundenen Knoblauchgeruch. Verantwortlich dafür ist schwefelhaltiges Allicin, das beim Zerkleinern von Knoblauch entsteht. Nach dem Essen nimmt der Körper die Substanz auf und gibt die Schwefelstoffe dann über die Lunge und Haut wieder ab.

Bewährte Hausmittel, die zumindest den typischen Mundgeruch abmildern, sind Kaugummis oder -bonbons mit Pfefferminze oder Chlorophyllkapseln aus Ihrer Apotheke. Auch ein Glas Milch zu trinken hilft, den Geruch für eine Weile zu neutralisieren. Effektiver wirkt eine spezielle Mundspüllösung, Kaugummis oder Sprays aus der Apotheke, die mit ihren Inhaltsstoffen schwefelhaltige Verbindungen eindämmen und aktiv den Mundgeruch bekämpft.

Tipp: Nutzen Sie doch sein Aroma, ohne den Knoblauch mitzuessen. Indem Sie zum Beispiel Zehen, Knoblauchscheiben oder -stückchen im Ofen mitbacken oder in der Pfanne mitbraten und vor dem Servieren wieder herausnehmen.

Knoblauch zur Nahrungsergänzung

Wenn Sie den Geschmack der Knolle nicht mögen, können Sie auch auf Knoblauch-Kapseln, -Dragees, -Pulver oder -Saft aus Ihrer Apotheke zurückgreifen. Sie enthalten vor allem die gesunden Schwefelverbindungen meist in hoch dosierter Form. Allerdings gilt auch bei der Einnahme von Knoblauchprodukten, dass der Atem nach Knoblauch riecht. Letztlich ist das aber ein gutes Zeichen dafür, dass ein Produkt viel vom gesunden Hauptwirkstoff Allicin enthält. Tipp: Achten Sie bei der Produktauswahl und -einnahme darauf, unter den täglichen Höchstmengen für Arzneimittel mit Knoblauch zu bleiben – das sind 12 mg Alliin oder 5 mg Allicin.

Knoblauch: Wechselwirkungen mit Medikamenten und Unverträglichkeiten

Nehmen Sie blutverdünnende Medikamente? Dann sollten Sie frischen Knoblauch nur in Maßen, hoch dosierte Knoblauchtabletten und -dragees dagegen nicht einnehmen, ohne darüber vorher mit Ihrer Ärztin oder Ihrem Arzt zu sprechen. Denn Knoblauch kann in die Blutgerinnung eingreifen und evtl. die Blutungsneigung verstärken, wenn jemand gerinnungshemmende Medikamente einnimmt. Auch sonst gilt: Fragen Sie das fachkundige Personal in Ihrer Apotheke nach der geeigneten Dosierung, Anwendung und Nebenwirkungen.

Schließlich vertragen manche Menschen größere Mengen an Knoblauch nicht und bekommen zum Beispiel Magenschmerzen, Sodbrennen oder verspüren Übelkeit. Manchmal kann Knoblauch sogar allergische Reaktionen hervorrufen, vor allem wenn jemand gleichzeitig unter einer Pollenallergie leidet.

Komische Knollen-Mythen

Seit der Antike verwendet man Knoblauch vor allem in Südeuropa, Nordafrika und arabischen Ländern gegen den „bösen Blick“. Romane wie „Dracula“ von Bram Stoker oder der Stummfilm „Nosferatu“ von Friedrich Murnau trugen zu Beginn des 20. Jahrhunderts dann erheblich dazu bei, den Mythos von Knoblauch als Anti-Vampir-Mittel zu verbreiten. Für diesen Aberglauben gibt es sogar einen nicht ganz ernstgemeinten Erklärungsversuch eines seriösen Wissenschaftlers: Der kanadische Biochemiker David Dolphin mutmaßt, dass Vampire unter der erblichen Stoffwechselstörung Porphyrie leiden. Diese ist unter anderem für extreme Lichtempfindlichkeit verantwortlich und führt schlimmstenfalls zu verkrüppelten Gliedmaßen, wenn der Betroffene sich lange dem Sonnenlicht aussetzt. Der Genuss von Dialkylsulfid, einer in Knoblauch enthaltenen Substanz, verschlimmert diese Symptome noch erheblich.

So hält Knoblauch lange frisch

Lagern Sie Knoblauchknollen oder -zehen mit Schale am besten lichtgeschützt, luftig und trocken in einem dafür geeigneten Gefäß. Dann hält sich Knoblauch bei Zimmertemperatur ein bis zwei Monate lang. Frischen Knoblauch oder Schnittknoblauch bewahren Sie besser eingepackt im Kühlschrank auf, damit er nicht austrocknet. Übrigens: Frischen Knoblauch erkennen Sie an seiner festen Struktur und einer weißen bis zart violetten Schale. Sobald Sie einen oder mehrere grüne Triebe entdecken, sind die Zehen nicht mehr frisch.

Wie Knoblauch beim Abnehmen hilft

Frischer Knoblauch sorgt beim Kochen nicht nur für Würze und ein tolles Aroma. Er kurbelt auch dank seines reichen Gehalts an Vitamin B6 Ihren Stoffwechsel ordentlich an – und hilft so auch beim Abbau von Fettpölsterchen. Außerdem sorgt der Inhaltsstoff Allicin dafür, dass sich der Blutzuckerspiegel senkt und nach dem Essen auch dauerhaft niedrig bleibt. Der Effekt: So bleiben Heißhungerattacken aus.

Michael Glock,

Ihr Apotheker

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