Entzündung der Nasennebenhöhlen richtig behandeln
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Symbolbild

Eine Entzündung der Nasennebenhöhlen (Rhinosinusitis) sollte gezielt behandelt und auskuriert werden, damit sie nicht chronisch wird. Welche Maßnahmen und Mittel helfen.

Ein gewöhnlicher Schnupfen kann sich anfühlen, als hätte er plötzlich „eine Etage höher“ weitergemacht: Die Nase bleibt verstopft, dazu kommt Druck in Stirn oder Wangen, manchmal zieht es bis zu den Zähnen. Viele sprechen dann von „Sinusitis“. Fachlich stimmt oft eher Rhinosinusitis, weil fast immer Nase und Nasennebenhöhlen gemeinsam entzündet sind. Die gute Nachricht: In den meisten Fällen steckt ein viraler Infekt dahinter – und das Ganze heilt meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen wieder ab. Was Sie selbst tun können und wann Sie ärztliche Hilfe suchen sollten, erfahren Sie hier.

Gezielt behandeln

Damit es erst gar nicht zu Komplikationen kommt und die Entzündung schnell wieder abklingt, ist eine frühzeitige Behandlung sinnvoll. In Ihrer Flora-Apotheke beraten wir Sie gern, kommen Sie einfach bei uns in Gelnhausen vorbei.

Was ist bei einer Nasennebenhöhlenentzündung eigentlich los?

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädelknochen (unter anderem in Stirn und Wangen). Sie sind über kleine Verbindungsgänge mit der Nasenhöhle gekoppelt. Bei einem Infekt schwillt die Schleimhaut an, der Abfluss wird schlechter, Sekret staut sich – und genau das spüren viele als Druck oder Schmerz.

Wichtig ist dabei ein Punkt, der oft unterschätzt wird: Die häufigste Ursache ist eine Virusinfektion. Erst mit zeitlicher Verzögerung entwickelt sich in etwa 0,5–2 % der Fälle eine akute bakterielle Rhinosinusitis. – Das erklärt, warum Antibiotika bei der „klassischen“ akuten Nebenhöhlenentzündung meistens nicht der erste (und oft nicht der richtige) Schritt sind.

Typische Symptome – und warum „grün“ nicht automatisch „Antibiotikum“ heißt

Typisch sind eine verstopfte Nase, erschwerte Nasenatmung, ein eingeschränkter Geruchssinn und ein drückender Schmerz im Gesicht (häufig Stirn oder Kiefer, manchmal auch an den Zähnen).

Dass das Sekret gelblich oder grünlich wird, verunsichert viele. Das kann auf „Krankheitserreger“ und eine starke Entzündungsreaktion hindeuten – sagt aber für sich allein nicht sicher, ob Viren oder Bakterien die Hauptrolle spielen. Die Pharmazeutische Zeitung beschreibt zum Beispiel, dass grünliches Sekret häufig mit einer starken Immunreaktion zusammenhängt und auch bei viralen Infekten auftreten kann.

Praktisch heißt das: Die Frage „Brauche ich Antibiotika?“ entscheidet sich viel eher über Verlauf und Schwere als über die Farbe des Nasenschleims.

Wie lange dauert die Erkrankung?

Viele erwarten, dass Sie sich nach drei Tagen „wieder wie neu“ fühlen. Die Realität ist oft zäher. Das IQWiG fasst es patientennah zusammen: Eine Nasennebenhöhlenentzündung klingt meist auch ohne Behandlung nach 1 bis 2 Wochen ab, manchmal dauert sie aber auch mehrere Wochen.

Gleichzeitig ist nicht jede Sinusitis „reines Bauchgefühl“: Es gibt klare Situationen, in denen Sie nicht einfach weiter abwarten sollten – dazu gleich mehr. Der Trick ist, die ersten Tage sinnvoll zu überbrücken, damit Sie besser schlafen, besser atmen und der Schleim wieder abfließen kann. Das heißt: Druck senken, Nasenatmung verbessern, Sekret lösen, Entzündung beruhigen – und Komplikationen vermeiden.

Schmerzmittel

Wenn Stirn oder Wangen richtig weh tun, leidet der Schlaf – und damit oft die Erholung. Das unabhängige Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) nennt zur Schmerzlinderung ASS, Paracetamol oder Ibuprofen.

Wichtig: Auch rezeptfreie Schmerzmittel sollten wegen möglicher Nebenwirkungen nur über wenige Tage genommen werden. In Ihrer Flora-Apotheke lohnt sich hier die kurze Klärung: Nehmen Sie Blutverdünner? Haben Sie Magenprobleme, Asthma, Nierenprobleme, sind Sie schwanger? Dann wählen wir gemeinsam das passendste Mittel.

Abschwellende Nasensprays

Abschwellende Sprays oder Tropfen wirken oft innerhalb weniger Minuten. Das kann besonders nachts Gold wert sein. Allerdings: Sie wirken nicht entzündungshemmend, und für die Sinusitis-Behandlung sind sie insgesamt nicht so gut in Studien untersucht.

Der entscheidende Punkt ist die Dauer: Das IQWiG warnt, dass solche Sprays nur über wenige Tage angewendet werden sollten, weil die Schleimhaut schon wenige Stunden später wieder stark anschwellen kann – und dieser Effekt umso stärker wird, je häufiger man sprüht.

Wenn Sie merken, dass Sie in diese Richtung rutschen, kommen Sie lieber frühzeitig bei uns in der Apotheke vorbei, dann kann man gut gegensteuern.

Kortison-Nasensprays

Kortisonhaltige Nasensprays können die Entzündung bremsen, dadurch schwillt die Schleimhaut ab und die Belüftung der Nebenhöhlen verbessert sich. Studien zeigen einen moderaten Vorteil: Nach 2 bis 3 Wochen waren die Beschwerden deutlich gebessert bei 66 von 100 Personen mit Placebo und bei 73 von 100 mit Kortisonspray.

Wichtig zu wissen: Die Wirkung kommt oft erst nach ein paar Tagen. Als Nebenwirkungen nennt das IQWiG jedoch unter anderem Nasenbluten und Kopfschmerzen.

Besonders profitieren laut IQWiG Menschen mit allergischem Schnupfen oder regelmäßig wiederkehrenden Nebenhöhlenentzündungen von einer Behandlung mit kortisonhaltigen Nasensprays.

Salzlösungen und Nasendusche

Salzlösungen können helfen, zähen Schleim zu lösen und die Nase zu spülen. Das IQWiG beschreibt sowohl fertige Sprays als auch Nasenduschen und weist darauf hin, dass zum Spülen Leitungswasser reicht, in dem Salz gelöst wird (oder abgepackte Salze aus der Apotheke).

Praktisch hilfreich sind die Konzentrationen, die das IQWiG nennt: isoton mit 9 g Salz pro Liter (etwa 2 Teelöffel) und hyperton mit 20 g pro Liter (etwa 5 Teelöffel). Hyperton ist etwas wirksamer, kann aber eher zu trockener, gereizter Schleimhaut führen.

Wenn Ihre Nase schon „wund“ ist, ist isoton oft der angenehmere Start.

Inhalieren

Viele schwören auf Dampf-Inhalation, jedoch ist dies laut IQWiG nicht gut untersucht. Wenn Sie inhalieren, dann bitte vorsichtig (Verbrühungsgefahr) und eher „angenehm warm“ statt heiß.

Antibiotika: wann sie sinnvoll sein können – und wann nicht

Weil akute Sinusitis meistens viral ist, kann man laut IQWiG in der Regel auf Antibiotika verzichten und zunächst 1 bis 2 Wochen abwarten, ob es von allein besser wird.

Gleichzeitig gibt es klare Kriterien, wann ärztlich eher an Antibiotika gedacht wird. Warnhinweise, bei denen Sie unbedingt ärztlich abklären lassen sollten, sind:

  • hohes Fieber, starkes Krankheitsgefühl
  • deutliche Schwellung/Rötung im Gesicht oder um die Augen
  • sehr starker Gesichtsschmerz, Lichtempfindlichkeit, Nackensteife
  • Beschwerden länger als 10 Tage ohne Besserung oder deutliche Verschlechterung nach 5–7 Tagen

Wenn es immer wiederkommt oder nicht weggeht: akut, rezidivierend, chronisch

Nicht jede „Sinusitis“ ist gleich. Die S2k-Leitlinie unterscheidet:

  • akut: Beschwerden ≤ 12 Wochen
  • rezidivierend akut: mindestens 4 Episoden in 12 Monaten, dazwischen komplett beschwerdefrei
  • chronisch: Beschwerden > 12 Wochen

Wenn Beschwerden „hängen bleiben“ oder ständig wiederkommen, lohnt sich ein anderer Blick: Allergien, Nasenpolypen oder Engstellen können eine Rolle spielen. Bei chronischer Sinusitis kann auch eine Operation infrage kommen, wenn andere Behandlungen nicht ausreichend helfen.

Entzündung der Nasennebenhöhlen kurz & knapp

Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist unangenehm – fühlt sich aber oft schlimmer an, als sie medizinisch ist. In den meisten Fällen steckt ein viraler Infekt dahinter, und die Beschwerden klingen meist innerhalb von 1 bis 2 Wochen wieder ab.

Eine kluge Selbstmedikation hilft, die Erkrankung gut zu überstehen: Schmerzen kurzfristig lindern, die Nase pflegen, den Schleimabfluss unterstützen und der Schleimhaut helfen, wieder abzuschwellen. Salzlösungen (Spray oder Spülung) sind dabei oft ein unterschätzter Baustein, und kortisonhaltige Nasensprays können die Beschwerden bei vielen Menschen messbar reduzieren – auch wenn die Wirkung nicht sofort, sondern meist nach einigen Tagen einsetzt.

Antibiotika sind dagegen nur selten nötig, weil eine bakterielle akute Rhinosinusitis laut Leitlinie nur in etwa 0,5–2 % der Fälle mit Verzögerung entsteht. Entscheidend sind Warnzeichen sowie ein Verlauf ohne Besserung oder mit deutlicher Verschlechterung, dann sollte ärztlich geprüft werden.

Wenn Sie unsicher sind, mehrere Medikamente nehmen oder die Beschwerden Sie stark belasten: Kommen Sie gern zur Beratung in die Apotheke. Wir helfen Ihnen, die passende Kombination zu finden, Risiken zu vermeiden und den Punkt zu erkennen, an dem eine ärztliche Abklärung sinnvoll ist.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Nasennebenhöhlenentzündung

Ist eine Sinusitis fast immer viral?

Bei akuter Rhinosinusitis ist eine Virusinfektion die häufigste Ursache; eine bakterielle akute Rhinosinusitis entsteht nur bei einem kleinen Teil der Fälle zeitlich verzögert (ca. 0,5–2 %).

Wie lange darf ich abschwellendes Nasenspray benutzen?

Nur wenige Tage (maximal 7 – 10 Tage). Sonst kann die Schleimhaut nach Wirkende stärker anschwellen, besonders bei häufiger Anwendung.

Bringt eine Nasendusche wirklich etwas?

Salzlösungen können helfen, Sekret zu lösen. Hypertone Lösungen (20 g/L) sind etwas wirksamer als isotone (9 g/L), reizen aber eher die Schleimhaut.

Wann sollte ich mit Sinusitis zum Arzt?

Bei schweren Warnzeichen (z. B. hohes Fieber, Schwellungen um die Augen, starke Schmerzen, Nackensteife) oder wenn es nach 5–7 Tagen deutlich schlechter wird bzw. nach 10 Tagen keine Besserung eintritt.

Was ist der Unterschied zwischen akut und chronisch?

Akut bedeutet Beschwerden bis 12 Wochen, chronisch länger als 12 Wochen (bzw. länger als 3 Monate)

So sprühen Sie, ohne die Nase zu reizen

Wenn Sie Nasenspray verwenden (egal ob abschwellend oder kortisonhaltig), machen kleine Details einen großen Unterschied. Halten Sie den Kopf leicht nach vorn und sprühen Sie zur Außenwand der Nase, nicht „gerade hoch“ Richtung Nasenscheidewand – das reduziert Reizungen und Nasenbluten. Danach nicht sofort kräftig schnäuzen, sondern kurz wirken lassen.

Warnung aus der Praxis: Abschwellende Sprays sind für ein paar Tage okay, aber wenn Sie merken, dass Sie „immer öfter“ sprühen müssen, kommen Sie bitte in die Apotheke. Dann besprechen wir einen Ausstieg, bevor sich die Schleimhaut an den Wirkstoff „gewöhnt“.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Flora-Apotheke in Gelnhausen . Stand 02/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Flora-Apotheke in Gelnhausen vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

Michael Glock,

Ihr Apotheker
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