Neuer Schwung fürs Liebesleben
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Symbolbild

Wenn Stress, Medikamente oder Hormone die Lust bremsen: Ursachen verstehen, Lösungen finden – und wissen, wann Hilfe sinnvoll ist.

Keine Lust auf Sex – das kann verunsichern, belasten und in Beziehungen schnell zum Elefanten im Raum werden. Gleichzeitig ist Lustlosigkeit extrem häufig und meist kein „Schicksal“. Libido ist kein Ein-Aus-Schalter, sondern reagiert sensibel auf Alltag, Gesundheit, Psyche, Beziehung und auch auf Arzneimittel. In vielen Fällen lässt sich wieder Schwung ins Liebesleben bringen – wenn man die Auslöser Schritt für Schritt aufdeckt und gezielt gegensteuert. Wir zeigen Ihnen, welche Ursachen besonders oft dahinterstecken, was Sie selbst tun können, welche medizinischen Optionen es gibt – und wie Ihre Apotheke diskret unterstützen kann.

Diskretion und Sicherheit

Sprechen Sie uns in Ihrer Flora-Apotheke gern an, wenn Sie Fragen zum Thema Sexualität, Medikamente oder unterstützende Produkte haben. Wir beraten Sie professionell und diskret. Kommen Sie einfach bei uns in Gelnhausen vorbei.

Was ist „normal“ – und wann wird’s zum Problem?

Lust schwankt. Manchmal fehlt sie tage- oder wochenweise, ohne dass „etwas kaputt“ ist. Entscheidend ist weniger die Häufigkeit von Sex, sondern ob Sie Leidensdruck haben – allein oder als Paar.

Auch Studien zeigen: Sexualität bleibt über viele Lebensphasen relevant, aber Aktivität und Rahmenbedingungen verändern sich. In der großen deutschen GeSiD-Erhebung wurden 4.955 Erwachsene (18–75 Jahre) befragt. Die Daten liefern erstmals repräsentative Basiswerte zur sexuellen Gesundheit in Deutschland. (Quelle: GeSiD-Studie zu Gesundheit und Sexualität in Deutschland BIÖG)

Ein wichtiger Punkt dabei: Sexualität hängt stark mit dem Gesundheitszustand zusammen. In GeSiD-Auswertungen zeigte sich beispielsweise, dass Menschen mit „mittelmäßigem“ oder „schlechtem“ Gesundheitsgefühl deutlich seltener in den letzten vier Wochen sexuell aktiv waren als Personen mit „sehr gutem“ Gesundheitsgefühl. (Quelle UKE) Libido ist oft ein Frühwarnsignal, dass Körper oder Psyche gerade „mehr Baustellen“ haben als Romantik. Wenn Lust fehlt, lohnt sich eher die Frage „Was bremst mich gerade?“ als „Was stimmt nicht mit mir?“.

Die häufigsten Lustbremsen

Meist ist es nicht der eine Grund, sondern ein Mix. Ein pragmatischer Blick hilft:

Körper & Gesundheit

  • Schmerzen beim Sex (z. B. bei Scheidentrockenheit, Entzündungen, Endometriose, Prostatabeschwerden) senken die Lust oft direkt, weil der Körper lernt: „Das wird unangenehm.“
  • Hormonelle Veränderungen: In der (Peri-/Post-)Menopause können sinkende Östrogen- und teils auch Testosteronspiegel zu Veränderungen bei Erregung und Verlangen beitragen. Gleichzeitig spielen Beziehungs- und Lebensumstände häufig eine ebenso große Rolle.
  • Chronische Erkrankungen (z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Gefäßerkrankungen) können Libido und sexuelle Funktion beeinträchtigen – über Nerven, Durchblutung, Energielevel und Selbstbild. Beispiel Diabetes: diabetesDE berichtet, dass rund die Hälfte der Männer mit Typ-2-Diabetes von Störungen der Sexualfunktion betroffen ist. Für Erektionsstörungen gilt außerdem: Männer mit Diabetes sind laut diabinfo etwa 3,5-mal häufiger betroffen als Männer ohne Diabetes.

Psyche & Stress

Stress ist ein Klassiker: Er kann zwar durch Nähe kurzfristig „weggepuffert“ werden – aber wenn Dauerstress dominiert, bleibt oft weder Kopf noch Körper frei für Lust. Dazu kommen Schlafmangel, Erschöpfung, mentale Überlastung und manchmal auch Angst („hoffentlich klappt’s“).

Auch bei Depressionen kann Libidoverlust ein Symptom sein – und manche Therapien können zusätzlich Einfluss nehmen (dazu gleich mehr). Der wichtigste Punkt: Bitte nicht allein im Kopf ausfechten. Ein offenes, druckfreies Gespräch ist oft schon ein erster Hebel.

Beziehung & Routine

Viele Paare kennen das: Vertrautheit wächst – Erotik schrumpft. Das ist nicht automatisch ein Beziehungsschaden, sondern häufig ein Ergebnis von Alltag, mentaler Last, fehlender Zeit und eingefahrenen Mustern. Die gute Nachricht: Routine ist veränderbar – ohne dass man „komplett anders“ werden muss.

Medikamente als (oft übersehener) Faktor

Arzneimittel können Sexualität beeinflussen – zum Beispiel über Nervensystem, Hormone, Gefäße oder Nebenwirkungen wie Müdigkeit.

Typische „Verdächtige“ (ohne Anspruch auf Vollständigkeit):

  • Antidepressiva (insbesondere bestimmte SSRI/SNRI) können sexuelle Funktionsstörungen begünstigen.
  • Manche Blutdruckmittel können die sexuelle Funktion beeinflussen – hier ist die individuelle Situation entscheidend (Erkrankung selbst vs. Medikament).
  • Weitere Gruppen (z. B. bestimmte Hormontherapien, einige Mittel bei Prostatabeschwerden) können ebenfalls eine Rolle spielen.

Wichtig

Medikamente niemals eigenmächtig absetzen. Oft gibt es Alternativen, Dosisanpassungen oder Strategien gegen Nebenwirkungen – das gehört in ärztliche Hand und kann durch Apothekenberatung gut vorbereitet werden.

Ein kurzer Selbst-Check

Wenn Sie Lust auf eine einfache Struktur haben, denken Sie in drei Fragen:

  1. Körper: Gibt es neue Beschwerden (Schmerz, Trockenheit, Erektionsprobleme, Erschöpfung, Gewichtszunahme, Zyklus-/Wechseljahrsveränderungen)?
  2. Kopf: Gibt es aktuell viel Stress, Sorgen, Schlafmangel, depressive Stimmung oder Leistungsdruck?
  3. Kontext: Gibt es Beziehungsstress, wenig Zeit, Konflikte, oder fehlt Nähe außerhalb des Schlafzimmers?

Wenn Sie beim Selbst-Check in einem Bereich deutlich „Ja“ spüren, ist das meist der beste Startpunkt – statt zehn Dinge gleichzeitig zu ändern.

Lösungen – Schritt für Schritt zu mehr Lust

Druck rausnehmen

Lust kommt selten auf Kommando. Viele Paare geraten in eine Spirale: weniger Sex → mehr Grübeln/Spannung → noch weniger Lust. Ein hilfreicher Perspektivwechsel: Vereinbaren Sie für 2–3 Wochen „Nähe ohne Ziel“. Das heißt: Küsse, Berührung, Massage, gemeinsam duschen – ohne dass es „weitergehen muss“. Für viele ist das der Start, damit Lust überhaupt wieder eine Chance bekommt.

Körperliche Basics

Schlaf, Bewegung, Alkohol, Rauchen – das klingt unspektakulär, wirkt aber oft stärker als jedes „Wundermittel“. Wenn Sie nur eine Sache wählen: Starten Sie mit dem, was am leichtesten umzusetzen ist (z. B. 20 Minuten Spaziergang nach dem Abendessen).

  • Schlaf: Libido ist energieabhängig. Chronischer Schlafmangel senkt Stimmung, Stressresistenz und Erregbarkeit.
  • Bewegung: Unterstützt Durchblutung, Körpergefühl, Stressabbau.
  • Alkohol: Ein Glas kann enthemmen – zu viel dämpft Erregung und kann Erektionsprobleme verstärken.
  • Rauchen: Verschlechtert langfristig die Gefäßfunktion – und damit auch die „Technik“.

Schmerzen – Hilfe für Frauen (und Paare)

Gerade in und nach den Wechseljahren sind Scheidentrockenheit und Beschwerden beim Sex häufig – und behandelbar. Die S3-Leitlinie zur Peri- und Postmenopause empfiehlt bei symptomatischer urogenitaler Atrophie, Befeuchtungs- und Gleitmittel (allein oder zusammen mit vaginaler Östrogentherapie) anzubieten – und zwar so lange wie erforderlich. In Ihrer Flora-Apotheke beraten wir Sie gern, beispielsweise zur Auswahl eines passenden Gleitgels (wasser-, silikon- oder ölbasierte Optionen – je nach Situation) oder zu vaginale Befeuchter (nicht nur „für den Moment“, sondern zur regelmäßigen Pflege).

Erektionsprobleme

Erektionsstörungen sind häufig – und werden mit dem Alter wahrscheinlicher. In deutschen und internationalen Datensammlungen steigen die Raten deutlich an; in einer Übersicht finden sich z. B. Werte von etwa 11 % (30–39 Jahre) bis 30 % (60–69 Jahre) und darüber hinaus weiter steigend – je nach Erhebungsmethode und Population. Wichtig ist der Blick hinter die Symptomatik: Erektionsprobleme können auch ein Hinweis auf Gefäßthemen sein – also ein Anlass, Blutdruck, Blutzucker, Blutfette und Lebensstil ernst zu nehmen.

Medikamente (PDE-5-Hemmer) können bei Erektionsproblemen helfen, sind aber nicht für jeden geeignet. PDE-5-Hemmer sind Medikamente wie Sildenafil (Viagra) oder Tadalafil (Cialis), die hauptsächlich bei Erektionsstörungen helfen, indem sie die Blutgefäße im Penis erweitern, was eine Erektion bei sexueller Erregung erleichtert. PDE-5-Hemmer sind häufig wirksam – aber es gibt klare Kontraindikationen und Risiko-Situationen.

In einer Leitlinie/Übersicht zur Erektilen Dysfunktion werden als Kontraindikationen u. a. genannt:

  • Therapie mit Nitraten/NO-Donatoren (z. B. Molsidomin), wird z. B. bei Herzproblemen wie Angina Pectoris eingesetzt
  • „Poppers“ (Amylnitrit/-nitrat)
  • hohes kardiovaskuläres Risiko
  • bestimmte schwere Blutdruck- und Herzsituationen (z. B. sehr hoher Blutdruck, frischer Herzinfarkt/Schlaganfall in den letzten Monaten)

Wir in Ihrer Flora-Apotheke prüfen Wechselwirkungen, erklären die richtige Anwendung und helfen dabei, „gefährliche Internetlösungen“ zu vermeiden.

Libido-Probleme kurz & knapp

Lustlosigkeit ist häufig – und fast nie nur „Kopfsache“ oder „Altersfrage“. Libido reagiert auf Stress, Schlaf, Beziehung, Selbstbild, Hormone, chronische Erkrankungen und nicht zuletzt auf Medikamente. Genau deshalb lohnt es sich, das Thema nicht als persönliches Versagen zu sehen, sondern als Signal: Irgendetwas braucht gerade Aufmerksamkeit.

Der beste Weg zurück zu mehr Nähe ist meist kein radikaler Neustart, sondern ein kluger Plan: Druck rausnehmen, körperliche Basics stabilisieren, Schmerzen und Trockenheit gezielt behandeln, mögliche Arznei-Nebenwirkungen prüfen und bei anhaltenden Problemen medizinisch abklären lassen. Gerade Erektionsstörungen oder Schmerzen beim Sex sind keine „Peinlichkeit“, sondern medizinisch ernst zu nehmen – und oft gut behandelbar.

Wenn Sie möchten, sprechen Sie uns in der Flora-Apotheke diskret an. Wir helfen Ihnen, passende Produkte auszuwählen (z. B. Gleit- und Befeuchtungsmittel), Wechselwirkungen zu prüfen, sinnvolle nächste Schritte vorzubereiten und bei Bedarf die Brücke zum Arzt zu schlagen. Manchmal reicht schon ein gutes Gespräch, um aus dem Teufelskreis wieder herauszukommen – und dem Liebesleben neuen Schwung zu geben.

FAQ: Häufig gestellte Fragen zu Lust und Lustlosigkeit

Ist es normal, in langen Beziehungen weniger Lust zu haben?

Ja, Schwankungen sind normal. Problematisch wird es vor allem, wenn Leidensdruck entsteht oder Nähe komplett verschwindet. Dann helfen oft kleine Änderungen im Alltag (Zeit, Entlastung, Nähe ohne Leistungsdruck) – und ggf. Beratung.

Welche Medikamente können die Libido beeinflussen?

Unter anderem manche Antidepressiva sowie einzelne Herz-/Blutdruck- oder Hormontherapien können Sexualität beeinflussen. Wichtig: niemals selbst absetzen, sondern ärztlich + apothekerlich prüfen lassen.

Was hilft bei Scheidentrockenheit?

Oft schon Befeuchtungs- und Gleitmittel. Bei stärkeren Beschwerden kann zusätzlich eine vaginale Östrogentherapie sinnvoll sein – das sollte individuell entschieden werden.

Wann sollte man bei Erektionsproblemen zum Arzt?

Wenn das Problem wiederholt auftritt und belastet – besonders bei zusätzlichen Risiken (z. B. Diabetes, Bluthochdruck, Brustschmerz, Luftnot). Auch weil ED ein Anlass sein kann, Herz-/Gefäßrisiken zu checken.

Sind „natürliche Potenzmittel“ aus dem Internet eine gute Idee?

Vorsicht. Es gibt Produkte, die als „pflanzlich“ vermarktet werden, aber undeklariert Arzneistoffe wie Sildenafil/Tadalafil enthalten können. Nutzen Sie lieber sichere Wege über Ihre Arztpraxis und Apotheke.

Keine Experimente mit Potenzmitteln aus dem Internet

Ein großes Risiko sind Produkte, die als „pflanzlich“ verkauft werden, aber in Wirklichkeit verschreibungspflichtige Wirkstoffe enthalten – manchmal undeklariert und hoch dosiert. Die Verbraucherzentrale warnt explizit vor undeklariertem Sildenafil/Tadalafil in angeblich natürlichen Produkten. Diese Präparate sind nicht harmlos, sondern können besonders bei der Einnahme von Herzmedikamenten gefährlich sein, da sie zusammen mit Nitraten/NO-Donatoren den Blutdruck lebensbedrohlich absenken können.


Verfasst und geprüft von der APOVENA Fachredaktion in Zusammenarbeit mit der Flora-Apotheke in Gelnhausen . Stand 02/2026. Dieser Artikel ersetzt keine Beratung in einer Arztpraxis oder Apotheke.

Für eine persönliche Beratung kommen Sie einfach bei uns in der Flora-Apotheke in Gelnhausen vorbei. Wir freuen uns auf Ihren Besuch und helfen Ihnen gerne weiter.

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  1. 1 Zu Risiken und Nebenwirkungen lesen Sie die Packungsbeilage und fragen Sie Ihren Arzt oder Apotheker.
  2. 2 Angabe nach der deutschen Arzneimitteltaxe Apothekenerstattungspreis (AEP). Der AEP ist keine unverbindliche Preisempfehlung der Hersteller. Der AEP ist ein von den Apotheken in Ansatz gebrachter Preis für rezeptfreie Arzneimittel. Er entspricht in der Höhe dem für Apotheken verbindlichen Abgabepreis, zu dem eine Apotheke in bestimmten Fällen (z.B. bei Kindern unter 12 Jahren) das Produkt mit der gesetzlichen Krankenversicherung abrechnet. Der AEP ist der allgemeine Erstattungspreis im Falle einer Kostenübernahme durch die gesetzlichen Krankenkassen, vor Abzug eines Zwangsrabattes (zur Zeit 5%) nach §130 Abs. 1 SGB V.
  3. 3 Unverbindliche Preisempfehlung des Herstellers (UVP).

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